Ehm Welk-Haus
In diesem am nördlichen Ortsausgang von Bad Doberan direkt an den Mollischienen und der Lindenallee in Richtung Heiligendamm gelegenen Haus verbrachte der Schriftsteller Ehm Welk von 1950 bis 1966 seine letzten Schaffens- und Lebensjahre. Weitere acht Jahre lebte hier seine Ehefrau Agathe Welk bis zu ihrem Tod im Jahre 1974.

Ursprünglich hatten Ehm und Agathe Welk in einem gemeinsamen Testament festgelegt, dass ihr Wohnhaus nach beider Tod als Haus der Jungen Pioniere für Bildung und Kultur von Kindern genutzt werden soll. Sie konnten nicht ahnen, dass die Stadt Bad Doberan im Jahr 1974 nach dem Bau der beiden neuen Schulen am Kamp die ehemalige Pestalozzi-Oberschule als Pionierhaus umgestalten würde. So entschieden nach Agathe Welks Tod im November 1974 die Testamentsvollstrecker, dass das Haus unter Beachtung der testamentarischen Festlegungen zukünftig als lebendige Stätte der Bildung und Kultur genutzt werden sollte. Dabei sollten vor allem Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt stehen.
Im Dezember 1979 wurde das Ehm Welk-Haus als kulturelle Einrichtung der "kleinen Form" eröffnet. Seitdem haben sich viele Besucher über Leben und Werk des Schriftstellers informiert oder waren Gäste bei Lesungen, Konzerten oder anderen Veranstaltungen.


In der Daueraustellung, die in drei Bereiche gegliedert ist, erhalten die Besucher einen Einblick in Leben und Schaffen von Ehm Welk.
- Biographie Ehm Welks und seiner Frau Agathe in der Diele des Wohnhauses
- Ehm Welks Wirken in der Bad Doberaner Zeit im Sommerarbeitsraum
- Ehm Welk und die Tiere im Gartenhäuschen
Die Bibliothek im ehemaligen Arbeitszimmer ist im Original erhalten und verfügt über 5000 Bände. Im ehemaligen Wohnzimmer des Ehepaares finden heute die regelmäßig vom Freundeskreis organisierten Veranstaltungen statt. Ebenso wird dieser Ort auch für Lesungen, kleine Konzerte oder andere Darbietungen von Schülern und Jugendlichen genutzt. Regelmäßig wird im Ehm Welk-Haus der Regionalsentscheid des Vorlesewettbewerbs der Stiftung Börsenverein des Deutschen Buchhandels vom Literaturverein organisiert und veranstaltet.
Durchbruchrelief "Die Heiden von Kummerow"
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Das Relief wurde in den Jahren 1967/68 vom Bildhauer Reinhard Schmidt (1917–1980) entworfen. Schmidt, der mit den Welks eng befreundet war, stellt ausgewählte Szenen aus Welks erstem Kummerow-Roman dar.
Die 15 Betonteile wurden einzeln gegossen und dann zusammengefügt. Das Relief ist 2 Meter hoch und 2,4 Meter breit.
Der ursprünglich vorgesehene Ort vor der neu gebauten Schule in Prohn bei Stralsund, die den Namen "Ehm Welk-Oberschule" tragen sollte, wurde kurz vor der Eröffnung im September 1969 verworfen und der Name der Schule, der bereits am Gebäude angebracht war, aus politschen Gründen in "Karl-Liebknecht-Oberschule"verändert. Die Nähe zur NVA-Flottenschule in Parow war wohl der Grund dafür.
Das Relief stand dann ab 1970 vor der Kunsthalle in Rostock. Auf Grund des drohenden Verfalls war es seit 1988 eingelagert worden.
Nunmehr bemühte sich der „Freundeskreis Ehm Welk e.V.“ gemeinsam mit der Stadt Bad Doberan um das Relief. 1997 stimmte das Innenministerium von Mecklenburg-Vorpummern der Schenkung an die Stadt Bad Doberan zu.
Notwendige Reparaturen an den einzelnen Betonteilen wurden von Rainer Kessel ausgeführt. Die Bilder erhielten somit ihre ursprüngliche Ausdrucksstärke zurück.
Am 29. Juli 1999 wurde das Relief am neuen Standort vor dem Ehm Welk-Haus feierlich enthüllt.
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Ehm Welk-Viertel

Die Straßennamen im neuen Bad Doberaner Wohngebiet haben einen Bezug zu Ehm Welk und seinen Romanen.
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Bitte beachten!
Hinweis zur Schreibweise für den Namen des Hauses:
Im § 7 des gemeinsamen Testaments von Ehm und Agathe Welk heißt es „… Die Bezeichnung Ehm Welk-Haus ist ohne Bindestrich zwischen Ehm und Welk zu schreiben …“
Angelehnt an diese Festlegung müssten z.B. auch alle nach dem Schriftsteller benannten Straßen ohne diesen Bindestrich geschrieben werden: Ehm Welk-Straße
Vielerorts ist aber die Schreibweise mit zwei Bindestrichen anzutreffen!